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FR-Gastwirtschaft: Bunte Wäsche an der Börse

In seinem aktuellen Gastkommentar in der Rubrik „Gastwirtschaft“ der Frankfurter Rundschau befasst sich das NKI mit dem Thema Greenwashing am nachhaltigen Kapitalmarkt.

Eigentlich hat es die Europäische Kommission wieder einmal gut gemeint: Wer als Bank oder Vermögensverwalter einen Fonds auflegt und damit wirbt, dass dieser nachhaltig anlegt oder sogar eine nachhaltige Wirkung anstrebt, der soll den Anleger:innen auch erklären, wie er diese Qualität oder Wirkung erreicht.

So steht es in der Offenlegungsverordnung, die seit Mitte März dieses Jahres gilt. Einzelne Anbieter nutzen die Verordnung nun aber, um ihre Fonds öffentlich als besonders grün oder nachhaltig darzustellen und erwecken den Eindruck, dass die Klassifizierung als nachhaltiges Anlageprodukt im Rahmen der Verordnung nicht nur Veröffentlichungspflichten definiert, sondern eine Auszeichnung für das Produkt ist.

Der Kommentar thematisiert, wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) darauf reagiert und was die deutsche Fondsindustrie daraus lernen sollte.

Mehr: Greenwashing am nachhaltigen Kapitalmarkt

Bafin will strengere Regeln für Nachhaltigkeitsfonds

Laut einem Artikel im Portal für Finanznachrichten „procontra“ argumentiert die Bafin, dass die EU-Maßnahmen für die Fonds nicht reichen würden, um Anleger vor „Greenwashing“ zu schützen. Für die Fondsbranche gehen die Bafin-Vorschläge viel zu weit.

„Man kann darüber streiten, ob die Vorschläge der Bafin zu streng sind, aber die Intention dahinter stimmt“, sagt dazu Rolf Häßler, Gründer und Chef des Münchner Beratungshauses NKI – Institut für nachhaltige Kapitalanlagen. „Die Offenlegungsverordnung soll nur Transparenz schaffen. Sie enthält aber keine Vorgaben für die Qualität eines Fonds.“ Häßler räumt ein, dass professionelle Anleger die nachhaltige Qualität des Produktes anhand der Offenlegungsverordnung einschätzen könnten. „Doch die Bafin hat diese Anleger nicht im Sinn“, sagt er und nennt folgendes Beispiel: „Nehmen wir einen Fonds, der unter Artikel 8 fällt. Wenn der Fonds nur drei Ausschlusskriterien anwendet, ist das zu wenig, um als richtig nachhaltig zu gelten. Der normale Privatanleger würde das nicht erkennen und deshalb will die Bafin ihn schützen.“ Häßler sagt aber auch, dass die Vorschläge der Aufsicht – insbesondere die 90 Prozent Grenze – eigentlich nicht praktikabel seien und daher in Abstimmung mit der Fondsbranche revidiert werden müssten.

Mehr: www.procontra-online.de

FNG-Marktbericht 2021: Nachhaltige Geldanlagen bleiben auf Wachstumspfad

Die Gesamtsumme der Geldanlagen, die in Deutschland unter Berücksichtigung von strengen umweltbezogenen, sozialen und auf eine verantwortungsvolle Unternehmensführung bezogenen Kriterien angelegt sind, ist 2020 um 25 Prozent gestiegen und erreichte zum Jahresende 2020 ein neues Rekordvolumen von 335,3 Milliarden Euro. Insbesondere nachhaltige Investmentfonds verzeichneten deutliche Zuflüsse und lagen mit einem Volumen von 107,0 Milliarden Euro um rund 69 Prozent über dem Vorjahreswert. Berücksichtigt man zudem die Kapitalanlagen, für die Nachhaltigkeitskriterien auf Unternehmensebene verankert sind, ergibt sich zum 31.12.2020 eine Gesamtsumme von rund 1,93 Billionen Euro für verantwortliche Investments in Deutschland. Dies sind die zentralen Ergebnisse des Marktberichts 2021, den das FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen am 7. Juni 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt hat.

Mehr: FNG-Marktbericht 2021