Analyse physischer Klimarisiken auf Basis von Daten der Munich Re

Egal, ob Sie Immobilien besitzen oder standortgebundene Anlagen betreiben, ob Sie entsprechende Objekte finanzieren oder in diese investieren – die Kenntnis der physischen Klimarisiken für jeden einzelnen Standort hilft Ihnen dabei, die jeweiligen Risiken abzuschätzen und bei Bedarf geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Gleichzeitig beachten Sie damit die Anforderungen, die beispielsweise von der BaFin an die Berücksichtigung von physischen Klimarisiken im Risikomanagement der von ihr beaufsichtigten Unternehmen gestellt werden.

Munich Re beschäftigt sich seit rund 50 Jahren mit den Ursachen und Folgen des Klimawandels und verfügt weltweit über eine der umfangreichsten Datenbanken zu Naturkatastrophen. Darauf aufbauend und unter Beachtung der aktuellen Erkenntnisse des IPCC und der Klimawissenschaften hat Risk Management Partners, eine Abteilung von Munich Re, mit der Location Risk Intelligence Platform eine umfassende Softwarelösung zur Analyse und zum Management physischer Risiken durch Naturkatastrophen und den Klimawandel entwickelt. Die Plattform unterstützt Unternehmen, Banken und Investoren bei der Identifikation und Einschätzung von physischen Risiken weltweit – von einzelnen Standorten bis hin zu ganzen Portfolios. Die Plattform ermöglicht die Analyse

  • einzelner Standorte, Gebiete und Strecken (z. B. Stromtrassen) weltweit
  • im Hinblick auf klimabedingte Naturkatastrophen wie Starkregen, Stürme und Dürren sowie geophysikalische Risiken wie Erdbeben
  • für verschiedene Zeithorizonte (aktuelle Risikoexposition, Entwicklung der Risiken für die Jahre 2030, 2050 und 2100)
  • für unterschiedliche Klimaszenarien (RCP 2.6, RCP 4.5 und RCP 8.5)
  • als einmalige Analyse oder für ein regelmäßiges Risiko-Monitoring.

Physische Risiken durch den Klimawandel sind die bedeutendsten und komplexesten Risiken, denen Unternehmen bereits heute ausgesetzt sind. Allein im Jahr 2021 verursachten Naturkatastrophen weltweit Schäden in Höhe von 280 Milliarden US-Dollar.
Christof Reinert, Head of Risk Management Partners | Munich Re

Das NKI – Institut für nachhaltige Kapitalanlagen ist strategischer Partner von Risk Management Partners bei der Platzierung der Softwarelösung am deutschen Markt. Gerne präsentieren wir Ihnen die umfassende Lösung sowie die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten und stellen einen Kontakt zu den Klima- und Risikoexperten der Munich Re her.

Ihr Ansprechpartner:


Christoph J. Zitt
Senior Expert
NKI – Institut für nachhaltige Kapitalanlagen

 

Hintergrund

IPCC: Auswirkungen des Klimawandels bereits spürbar

In seinem 2021 veröffentlichten sechsten Sachstandsbericht hat der Weltklimarat IPCC erneut ein alarmierendes Bild des Fortschreitens des Klimawandels gezeichnet. So ist es nach Einschätzung der Wissenschaftler:innen eindeutig, dass der Einfluss des Menschen zu einer Erwärmung der Atmosphäre, der Ozeane und der Landflächen geführt hat. Das Ausmaß der dabei ausgelösten Veränderungen im Klimasystem ist nach Aussage des IPCC „seit vielen Jahrhunderten bis Jahrtausenden beispiellos“. Der vom Menschen verursachte Klimawandel wirkt sich nach Berechnungen der Wissenschaftler:innen bereits auf zahlreiche Wetter- und Klimaextreme in allen Regionen der Welt aus.

Auf der Weltklimakonferenz in Paris im Jahr 2015 hat sich die Staatengemeinschaft auf völkerrechtlich verbindliche Ziele für den globalen Klimaschutz geeinigt. Das Paris Agreement sieht vor, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, im besten Fall sogar auf maximal 1,5 Grad Celsius. Dazu soll bis zur zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts weltweit ein Gleichgewicht zwischen dem Ausstoß und der Aufnahme von Treibhausgasen (THG) erreicht werden (Treibhausgasneutralität).

Physische und transitorische Klimarisiken

Mit Blick auf die mit dem Klimawandel einhergehenden Risiken wird regelmäßig zwischen physischen und transitorischen Risiken unterschieden:

Zu den physischen Klimarisiken zählen zum einen chronische Veränderungen der Mittelwerte und Schwankungsbreiten von Klimavariablen, z. B. der Anstieg des Meeresspiegels oder die Veränderung von Niederschlagsmustern, zum anderen die Veränderung der Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen, u. a. von Starkregen oder Hitzewellen. Die Veränderungen und die damit verbundenen Risiken betreffen insbesondere alle standortgebundenen wirtschaftlichen Aktivitäten bzw. die entsprechende Infrastruktur, z. B. Immobilien, Werksanlagen oder Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie. Hier können extreme Wetterereignisse, z. B. Überflutungen wie im Ahrtal 2021, zu Schäden an Immobilien oder Anlagen führen. Zudem können sich die Produktionsbedingungen an den Standorten ändern, wenn beispielsweise durch niedrigere Pegelstände an Flüssen weniger Kühlwasser zur Verfügung steht.

Transitorische Klimarisiken resultieren insbesondere aus den politischen und regulatorischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels und dem damit verbundenen Umbau der Unternehmen in Richtung einer klimaverträglichen und ressourcenschonenden Wirtschaftsweise. Das Ziel einer weitgehenden Dekarbonisierung der Wirtschaft betrifft dabei alle Branchen. In einigen Branchen steht das aktuelle Geschäftsmodell insgesamt in Frage, etwa bei den Betreibern fossiler Kraftwerke oder den mit Kohleabbau, Erdöl- und Erdgasförderung befassten Sektoren. In anderen Branchen werden die heute genutzten Anlagen und Technologien, beispielsweise der fossile Verbrennungsmotor, nicht mehr verwendet werden können. Vor diesem Hintergrund wird eine < 2-Grad-Wirtschaft in den kommenden Jahren und Jahrzehnten grundlegende Veränderungen erfahren.