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Bafin will strengere Regeln für Nachhaltigkeitsfonds

Laut einem Artikel im Portal für Finanznachrichten „procontra“ argumentiert die Bafin, dass die EU-Maßnahmen für die Fonds nicht reichen würden, um Anleger vor „Greenwashing“ zu schützen. Für die Fondsbranche gehen die Bafin-Vorschläge viel zu weit.

„Man kann darüber streiten, ob die Vorschläge der Bafin zu streng sind, aber die Intention dahinter stimmt“, sagt dazu Rolf Häßler, Gründer und Chef des Münchner Beratungshauses NKI – Institut für nachhaltige Kapitalanlagen. „Die Offenlegungsverordnung soll nur Transparenz schaffen. Sie enthält aber keine Vorgaben für die Qualität eines Fonds.“ Häßler räumt ein, dass professionelle Anleger die nachhaltige Qualität des Produktes anhand der Offenlegungsverordnung einschätzen könnten. „Doch die Bafin hat diese Anleger nicht im Sinn“, sagt er und nennt folgendes Beispiel: „Nehmen wir einen Fonds, der unter Artikel 8 fällt. Wenn der Fonds nur drei Ausschlusskriterien anwendet, ist das zu wenig, um als richtig nachhaltig zu gelten. Der normale Privatanleger würde das nicht erkennen und deshalb will die Bafin ihn schützen.“ Häßler sagt aber auch, dass die Vorschläge der Aufsicht – insbesondere die 90 Prozent Grenze – eigentlich nicht praktikabel seien und daher in Abstimmung mit der Fondsbranche revidiert werden müssten.

Mehr: www.procontra-online.de

FNG-Marktbericht 2021: Nachhaltige Geldanlagen bleiben auf Wachstumspfad

Die Gesamtsumme der Geldanlagen, die in Deutschland unter Berücksichtigung von strengen umweltbezogenen, sozialen und auf eine verantwortungsvolle Unternehmensführung bezogenen Kriterien angelegt sind, ist 2020 um 25 Prozent gestiegen und erreichte zum Jahresende 2020 ein neues Rekordvolumen von 335,3 Milliarden Euro. Insbesondere nachhaltige Investmentfonds verzeichneten deutliche Zuflüsse und lagen mit einem Volumen von 107,0 Milliarden Euro um rund 69 Prozent über dem Vorjahreswert. Berücksichtigt man zudem die Kapitalanlagen, für die Nachhaltigkeitskriterien auf Unternehmensebene verankert sind, ergibt sich zum 31.12.2020 eine Gesamtsumme von rund 1,93 Billionen Euro für verantwortliche Investments in Deutschland. Dies sind die zentralen Ergebnisse des Marktberichts 2021, den das FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen am 7. Juni 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt hat.

Mehr: FNG-Marktbericht 2021

NKI Kommentar zur Frage der nachhaltigen Wirkung nachhaltiger Kapitalanlagen

Ein Kommentar des NKI in der aktuellen Ausgabe #2/2021 des Fachmagazins Absolut Impact beschäftigt sich mit der Wirkung nachhaltiger Anlagen für eine nachhaltige Entwicklung. Das Fazit: Alle nachhaltigen Kapitalanlagestrategien – Ausschlusskriterien, Best-in-Ansätze und Dialogstrategien – haben einen direkten Einfluss auf Unternehmen und fördern damit eine nachhaltige Entwicklung. Was aktuell noch fehlt, ist eine systematische Messung dieser Wirkungen über alle nachhaltigen Anlagestrategien. Aus dem Defizit an belastbaren Messungen im Umkehrschluss zu folgern, dass es keine Wirkungen gäbe, ist nicht nur sachlich falsch, sondern diskreditiert einen etablierten Wirkmechanismus, der durch den Zustrom von Kapital – auch in der Folge der ab Oktober 2022 verpflichtenden ESG-Präferenzabfrage – zusätzliches Gewicht bekommt.

Mehr: Absolut_Impact_2021_02_Haessler_Kommentar